|
Mit
Nils Dresrüsse steht ein Mann im Tor des Teams von Trainer Martin
Heuberger, der maßgeblich Anteil am WM Titel hat. Mit
seinen herausragenden Paraden zeigte er. welches Potential in ihm
steckt.
Als
einer von wenigen wagt der 21-Jährige in der bald beginnenden
Spielzeit den Sprung in die 1. Liga. Nach seinen ersten
Gehversuchen im Handball in seiner Heimatstadt Bielefeld
verpflichtete ihn damals GWD Minden und bildete ihn aus. Das war
vor sechs Jahren. Heute ist Nils Dresrüsse selbstbewusst genug,
die Herausforderung Bundesliga beim TBV Lemgo zu suchen.
Glückwunsch
zum Erreichen des Halbfinals. Die deutsche Junioren-Auswahl spielt
ja bislang eine tolle WM.
Dresrüsse: Wir haben uns hier
bei der WM von Spiel zu Spiel gesteigert, und das Viertelfinale
gegen Frankreich war bislang unser bestes Spiel. Auch weil wir die
taktischen Vorgaben von Martin Heuberger richtig umgesetzt haben.
Nicht
wenige behaupten, Sie hätten an dem Viertelfinalerfolg einen
riesigen Anteil…
Dresrüsse: Der Sieg gegen
Frankreich war ein Verdienst einer geschlossenen
Mannschaftsleistung. Ich sehe unser Team als sehr ausgeglichen
besetzt, und da kann jeder jeden ersetzen. Wir sind nur als
Mannschaft wirklich stark.
Nach
der ersten Halbzeit, als es noch nicht so rund lief, musste der
Bundestrainer sicher ein wenig lauter werden, oder?
Dresrüsse: Ich war in der
Pause nicht in der Kabine, insofern kann auch nichts dazu sagen.
Aber sicher, der kann schon laut werden. Aber eigentlich nur dann,
wenn Kritik auch wirklich angebracht ist. Und manchmal müssen wir
auch mal richtig aufgeweckt werden.
Am
heutigen Donnerstag steht das Halbfinale gegen Ägypten an. Das
ist ein Team, das Sie bereits in der Vorrunde mit 26:21
geschlagen habt.
Dresrüsse: Das Spiel in der
Vorrunde war wirklich hart umkämpft. Insofern erwarte ich auch für
das Halbfinale ein richtig schweres Spiel, das wir nicht auf die
leichte Schulter nehmen sollten. Wir haben in Wismar drei
Vorbereitungsspiele gegen Ägypten gemacht und dabei zweimal nur
mit einem Tor und einmal mit zwei Toren Differenz gewonnen. Das
zeigt, worauf wir uns einzustellen haben. Aber dennoch bin ich
sehr zuversichtlich, dass wir weiterkommen, weil wir eine
Mannschaft haben, die gut ist und die es einfach drauf hat.
Und
wer im Finale wartet, ist dann egal?
Dresrüsse: So weit sind wir
noch lange nicht. Deshalb möchte ich auch gar nicht gern darüber
reden. Aber ich bin schon froh, dass Dänemark im Viertelfinale
gegen Schweden gewonnen hat. Auch wenn die Dänen hier der Favorit
sind: Wir haben gegen die Schweden zuletzt immer schlecht
ausgesehen. Die liegen uns offenbar nicht.
Wie
fühlt sich das überhaupt an, bei einer Junioren-WM im Halbfinale
zu stehen?
Dresrüsse: Das ist ein tolles
Gefühl, so etwas erlebt man schließlich nicht alle Tage. Wie der
Name schon sagt: Wir sind hier erfolgreich bei einer WM. Und etwas
Größeres gibt es im Juniorenbereich nicht.
Spielt
es dabei auch eine Rolle, dass Ihr Trainer Martin Heuberger seit
knapp einem Monat auch der Bundestrainer des A-Teams ist?
Dresrüsse: Ich glaube, darüber
hat sich die gesamte Mannschaft hier bei der WM überhaupt keine
Gedanken gemacht. Natürlich haben wir das alle mitbekommen und
ihm dazu gratuliert. Er hat wirklich viel erreicht in den neun
Jahren als Juniorencoach. Als Bundestrainer hat er nun den
Vorteil, dass er die jüngeren Spieler schon richtig gut kennen
wird.
Dazu
gehören ja auch Sie, zumal Sie sich ganz im Sinne des Trainers
soeben eine neue Herausforderung in der 1. Liga gesucht haben.
Dresrüsse: Ich habe seit dem
1. Juli einen Vertrag beim TBV Lemgo. Ein wenig war das auch die
Konsequenz aus dem vergangenen Jahr in Minden, als ich nicht so
viel gespielt habe, obwohl die Leistungen nicht so schlecht waren.
Das hat mich zu diesem Schritt bewogen. Das ist mir aber wirklich
nicht leicht gefallen, weil GWD eine Herzensangelegenheit geworden
ist, nachdem ich seit 2005 bereits in diesem Klub gespielt hatte.
Schon
ein wenig aufgeregt, wenn Sie an den Saisonstart denken?
Dresrüsse: Ich freue mich
riesig darauf, wenn es endlich losgeht. Die Mannschaft ist bereits
zwei Wochen in der Vorbereitung und hat viel Konditionstraining
gemacht. Da werde ich das nachholen müssen, was ich verpasst
habe.
Aber
Sie sind doch Torhüter…
Dresrüsse: …und auch die
brauchen Kondition.
In
Lemgo haben Sie einen recht prominenten Vertreter Ihrer Zunft vor
sich. Mit Carsten Lichtlein ist dort ein Nationalkeeper die Nummer
eins.
Dresrüsse: Das betrachte ich
als Riesenvorteil. Ich kann mich hinter ihm weiterentwickeln und
erhoffe mir natürlich, dass er mir noch einige Tipps verrät.
Carsten verfügt schließlich über eine riesige Erfahrung, die er
in der Nationalmannschaft und in vielen Jahren in der Bundesliga
gesammelt hat.
Hat
der TBV sich nach den Erfolgen hier bei der WM schon bei Ihnen
gemeldet?
Dresrüsse: Volker Zerbe (Geschäftsführer
des TBV, Anm.d,Red.) hat angerufen und mir gratuliert und gesagt,
wie sehr es ihn freut, dass wir hier so erfolgreich spielen.
Wie
sieht denn Ihre persönliche Zielsetzung mit dem TBV Lemgo aus?
Dresrüsse: Erst einmal möchte
ich auf mich schauen und mich gut weiterentwickeln. Schließlich
ist mit dieser WM meine Zeit bei den Junioren endgültig vorbei.
Jetzt muss ich mich auch in der 1. Liga beweisen. Natürlich möchte
ich in der kommenden Saison möglichst viel mit Lemgo erreichen.
Alles andere kommt dann von allein.
©
handball-magazin PM / tok |